Wenn wir Wein in unser Glas einschenken, neigen wir dazu zu vergessen, dass fast 85 % der im Kelch tanzenden Flüssigkeit Wasser sind. Wasser spielt natürlich nicht nur in der chemischen Zusammensetzung des Endprodukts eine herausragende Rolle. Wenn wir über seine Bedeutung sprechen, müssen wir ganzheitlich im gesamten Lebenssystem denken. Vom Wasserspeichervermögen des Bodens über den Wasserbedarf unserer Reben bis hin zur vernünftigen Nutzung der erheblichen Wassermengen, die unvermeidlich in der Weinbereitung (im Weinkeller) verwendet werden.
In unserem Weinbaugebiet fallen jährlich etwa 600 mm Niederschlag. Diese Menge kommt in den letzten Jahren immer unregelmäßiger und unvorhersehbarer. Es gibt lange, extrem trockene Perioden, denen kurze, aber extrem niederschlagsreiche Phasen folgen. Unter solchen Bedingungen ist es besonders wichtig, die Wasserspeicherfähigkeit unserer Böden in bestmöglichem Zustand zu halten, denn eine Rebe verdunstet an einem Tag 1,5 bis 3,4 Liter Wasser aus dem Boden.
Vor Neupflanzungen führen wir Untersuchungen durch, die einerseits die Bodenstruktur des zu bepflanzenden Gebiets erfassen und andererseits die Geländebedingungen prüfen. Falls notwendig, verändern wir die Geländebedingungen so, dass der ankommende Niederschlag optimal auf dem Gebiet genutzt werden kann. Wir schaffen längere Wege für das abfließende Wasser bis zum Fuß des Hügels, bauen Wasserrückhalteanlagen ein und legen Mikroterrassen an. Diese Planungs- und Ausführungsarbeiten erfordern einen erheblichen Energieaufwand und großes Fachwissen, da die Wasserspeicherfähigkeit jedes Gebiets einzigartig ist.

In unserem Weingut führen wir zur Reduzierung der Umweltbelastung das saubere, schadstoff- und chemikalienfreie Spülwasser, das von der Abfüllanlage kommt, direkt von den Maschinen zu einem dafür eingerichteten Sammelplatz in zwei 10 m³-Tanks. Auf der Zulaufseite durchläuft das für die Produktion verwendete Wasser einen Eisenfilter und einen Wasserenthärter. Auf der Ablaufseite sammeln wir separat das Wasser, das nicht mit der Produktion in Berührung kommt und keine Chemikalien enthält. Grauwasser, das bei der Reinigung der Weinbaumaschinen verwendet wird, wird ebenfalls separat gelagert, da es sich perfekt für Bewässerung und Spritzungen eignet. Das auf dem Dach des Hallengebäudes anfallende Regenwasser wird ebenfalls in mehreren 100 m³-Tanks gesammelt und anschließend, ähnlich wie das gesammelte Spülwasser, im Gebäude und/oder in den Weinbergen zur Bewässerung wiederverwendet.
Bewusster Wasserverbrauch erstreckt sich auf all unsere Tätigkeiten. Wir verwenden eigene Wasserenthärtungsanlagen, in den Sanitäranlagen sind wassersparende Spülsysteme installiert. Bei der Abfüllung ist die Verwendung von sauberem, steril gefiltertem Wasser von besonderer Bedeutung, dessen Filtration wir selbst bis zu einer Größe von 0,2 Mikron durchführen, was praktisch eine pharmazeutische Reinheit bedeutet.
Unsere Bemühungen um bewussten Wasserverbrauch hören natürlich nicht beim aktuellen Stand auf. Während wir uns weiterentwickeln und planen, bemühen wir uns ständig, noch mehr zu tun.
Ohne Wasser gibt es keine Rebe, ohne Rebe keinen Wein.
Ohne Wasser würden auch wir selbst nicht existieren.
Passen wir gut darauf auf!


